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Status der Wolfspopulation

Aktueller Wolfsbestand in der Schweiz

Anfang 2024 lebten in der Schweiz schätzungsweise rund 320 Wölfe. Diese verteilen sich auf etwa 35 bis 43 Rudel. Trotz intensiver Bejagung im Rahmen der neuen Jagdverordnung bleibt die Anzahl der Rudel relativ stabil. Das liegt daran, dass die präventive Regulierung darauf abzielt, das exponentielle Wachstum zu bremsen, nicht aber, die Population zu eliminieren.

Die Dynamik ist komplex: Während einerseits neue Rudel entstehen, werden andererseits ganze Rudel durch Abschüsse aufgelöst. Diese Massnahmen sollen Konflikte mit der Landwirtschaft reduzieren, indem sie die Ausbreitung in kritischen Gebieten kontrollieren.

Geografische Verteilung der Rudel

Die Wolfspopulation konzentriert sich hauptsächlich in den Alpenkantonen. Die wichtigsten Gebiete sind Graubünden und das Wallis, wo sich die ersten Rudel seit der Rückkehr des Wolfs etabliert haben.

Von diesen Kernzonen aus breiten sich die Wölfe weiter aus. In den letzten Jahren haben sich auch in der Waadt und im Tessin stabile Rudel gebildet. Einzelne Wölfe können zudem im Mittelland oder im Jura auftauchen, wobei es sich meist um durchziehende Jungtiere auf der Suche nach einem eigenen Territorium handelt.

Die Rudelstruktur ist entscheidend für die Fortpflanzung. Ein Rudel besteht typischerweise aus den Elterntieren und ihren Nachkommen aus den letzten ein bis zwei Jahren. Jährlich kann ein Wolfspaar zwischen vier und sechs Welpen zur Welt bringen, was zu einem schnellen Populationswachstum führen kann, wenn die Bedingungen günstig sind.

Wie werden Wölfe gezählt?

Das Monitoring der Wolfspopulation ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die von spezialisierten Organisationen wie der KORA (Raubtierökologie und Wildtiermanagement) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) koordiniert wird. Es kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, um ein möglichst genaues Bild zu erhalten.

Die wichtigste Methode ist die Genetik. Anhand von Speichelresten an gerissenen Beutetieren, Kot oder Haaren können einzelne Wölfe via DNA-Analyse identifiziert werden. So lässt sich nicht nur die Anzahl der Tiere bestimmen, sondern auch ihre Abstammung und die Grösse ihres Territoriums.

Zusätzlich werden Fotofallen eingesetzt, die automatisch auslösen, wenn ein Tier vorbeiläuft. Auch direkte Beobachtungen und Spuren im Schnee liefern wertvolle Daten. All diese Informationen fliessen in eine zentrale Datenbank ein und ermöglichen es, die Entwicklung der Population schweizweit zu verfolgen.

Lesson image

Eine besonders innovative Methode ist das sogenannte DNA-Metabarcoding. Dabei werden nicht nur die Gene des Wolfs aus einer Kotprobe analysiert, sondern auch die DNA-Spuren seiner Beutetiere. Forscher können so sehr präzise herausfinden, wovon sich ein Wolfsrudel ernährt. Diese Methode hilft zu verstehen, ob sich Wölfe hauptsächlich von Wildtieren wie Hirschen und Rehen ernähren oder ob Nutztiere einen grossen Teil ihrer Nahrung ausmachen. Diese Erkenntnisse sind entscheidend für die Entwicklung gezielter Schutzmassnahmen für Herden.

Quiz Questions 1/5

Wie gross war die geschätzte Wolfspopulation in der Schweiz Anfang 2024?

Quiz Questions 2/5

Was ist das Hauptziel der präventiven Regulierung der Wolfspopulation durch die Jagdverordnung?

Die Überwachung des Wolfsbestands bleibt eine Daueraufgabe. Sie liefert die wissenschaftliche Grundlage für politische Entscheidungen im Umgang mit diesem zurückgekehrten Raubtier.