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KI Low Code Grundlagen

KI-Workflows ohne Code

Die Integration von künstlicher Intelligenz in Geschäftsprozesse klang lange nach einem Projekt, das ein Team von Entwicklern und monatelange Arbeit erfordert. Doch das ändert sich gerade grundlegend. Mit Low-Code-Plattformen können Sie leistungsstarke KI-Funktionen nutzen, ohne selbst zum Programmierer werden zu müssen. Stellen Sie es sich wie den Bau eines Hauses mit Fertigteilen vor: Statt jeden Ziegel selbst zu brennen, verwenden Sie vorgefertigte Module. Das geht schneller und ist oft genauso stabil.

Diese Plattformen bieten eine visuelle Oberfläche, auf der Sie per Drag-and-Drop Logikabläufe und Anwendungen zusammenstellen. Die KI ist dabei nur ein weiterer Baustein, den Sie in Ihren Workflow ziehen können.

Low-Code-Plattformen bieten Drag-and-Drop-Umgebungen, die komplexe KI-Prozesse vereinfachen.

Zwei der bekanntesten Werkzeuge in diesem Bereich sind die Microsoft Power Platform und Retool. Beide verfolgen das Ziel, die Entwicklung zu demokratisieren, gehen dabei aber unterschiedliche Wege.

Microsoft Power Platform: Ihr KI-Baukasten

Die Microsoft Power Platform ist eine Suite von Werkzeugen, die tief in das Office-365-Ökosystem integriert ist. Für die KI-Automatisierung sind vor allem zwei Komponenten entscheidend: Power Automate und der AI Builder.

Power Automate ist das Werkzeug zur Prozessautomatisierung. Hier definieren Sie Workflows, die durch bestimmte Ereignisse ausgelöst werden – eine neue E-Mail, ein Eintrag in einer Datenbank oder ein Klick auf einen Button. AI Builder stellt dazu die passenden KI-Modelle als fertige Bausteine bereit. Diese Modelle können beispielsweise Texte analysieren, Objekte in Bildern erkennen oder Vorhersagen treffen.

Ein klassisches Beispiel ist die automatische Klassifizierung von Kundenanfragen per E-Mail. Anstatt dass ein Mitarbeiter jede Mail manuell lesen und zuordnen muss, kann ein KI-Modell diese Aufgabe übernehmen.

Neben der Prozessautomatisierung ermöglicht die Power Platform auch die Erstellung von Apps. Mit Power Apps können Sie Benutzeroberflächen für Desktop und Mobilgeräte erstellen. Eine neue Funktion namens Copilot in Power Apps (früher als Plan Designer bekannt) geht noch einen Schritt weiter: Sie beschreiben in natürlicher Sprache, welche Art von App Sie benötigen, und die KI erstellt einen ersten Entwurf der Anwendung inklusive der benötigten Datenstruktur. Sie können dann sagen: "Füge eine Spalte für das Fälligkeitsdatum hinzu", und die KI passt die App an.

Retool: Schnelle KI-Integration für interne Tools

Retool ist eine weitere Low-Code-Plattform, die sich besonders auf die Erstellung interner Geschäftsanwendungen spezialisiert hat – denken Sie an Dashboards, Admin-Panels oder Werkzeuge für den Kundensupport. Auch Retool bietet fertige KI-Bausteine, die sich nahtlos in die Anwendungen integrieren lassen.

Mit den Retool AI Building Blocks können Sie Aktionen wie "Text zusammenfassen", "Daten aus unstrukturiertem Text extrahieren" oder "Bilder generieren" mit wenigen Klicks in Ihre App einbauen. Sie verbinden diese Blöcke mit Ihren Datenquellen (z. B. einer SQL-Datenbank oder einer API) und definieren, was passieren soll. So kann ein Support-Mitarbeiter per Knopfdruck eine Zusammenfassung eines langen Kundentickets erstellen lassen, ohne die Retool-Anwendung verlassen zu müssen.

Vorteile und Grenzen abwägen

Low-Code-Ansätze bieten enorme Vorteile, aber es ist wichtig, auch ihre Grenzen zu kennen. Nicht jede Aufgabe ist für diese Werkzeuge geeignet.

VorteilNachteil
GeschwindigkeitGeringere Flexibilität
Prototypen und fertige Lösungen sind in Stunden oder Tagen statt Monaten einsatzbereit.Sie sind auf die vorgegebenen Bausteine und Konnektoren beschränkt. Spezifische Anforderungen sind schwer umsetzbar.
Einfache WartungAbhängigkeit vom Anbieter
Die visuellen Workflows sind leicht verständlich und können auch von Nicht-Entwicklern angepasst werden.Ihre gesamte Logik ist an die Plattform gebunden. Ein Wechsel des Anbieters ist oft mit einem kompletten Neuaufbau verbunden.
ZugänglichkeitBegrenzte Skalierbarkeit
Fachexperten ohne Programmierkenntnisse können selbst Lösungen für ihre Probleme erstellen.Für sehr komplexe KI-Modelle oder Workflows mit extrem hohem Datenvolumen stoßen die Plattformen an ihre Grenzen.

Die Entscheidung für oder gegen einen Low-Code-Ansatz hängt also stark vom Anwendungsfall ab. Für Standardprozesse und die schnelle Umsetzung von Ideen sind sie ideal. Wenn Sie jedoch ein hochspezialisiertes KI-Modell trainieren oder eine komplexe, einzigartige Geschäftslogik abbilden müssen, ist traditionelle Programmierung oft der bessere Weg.

Testen Sie jetzt Ihr Wissen über die Grundlagen der Low-Code-KI-Entwicklung.

Quiz Questions 1/5

Was ist der Hauptvorteil von Low-Code-Plattformen bei der Integration von KI, wie im Text beschrieben?

Quiz Questions 2/5

Welche Komponente der Microsoft Power Platform stellt fertige KI-Modelle zur Verfügung, um beispielsweise Texte zu analysieren oder Objekte in Bildern zu erkennen?

Sie haben nun einen ersten Einblick erhalten, wie Sie KI mit visuellen Werkzeugen in Ihre Arbeit integrieren können. Im nächsten Schritt werden wir uns ansehen, wie Sie diese Workflows weiter anpassen und komplexere Logik einbauen.