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Einführung in den Strommarkt

Was ist der Strommarkt?

Strom ist keine Ware wie jede andere. Man kann ihn nicht einfach in ein Lagerhaus stellen und warten, bis ihn jemand braucht. Er muss in dem Moment erzeugt werden, in dem er verbraucht wird. Diese Eigenschaft macht den Handel mit Strom einzigartig und erfordert einen speziellen Marktplatz: den Strommarkt.

Der Strommarkt ist im Grunde das System, in dem Strom gekauft, verkauft und geliefert wird. Er sorgt dafür, dass die von Kraftwerken erzeugte Elektrizität genau dann bei den Verbrauchern ankommt, wenn sie den Lichtschalter umlegen oder ihre Maschinen einschalten. Er ist das unsichtbare Herzstück, das unsere moderne Welt am Laufen hält.

Die Hauptakteure im Spiel

Damit der Strom zuverlässig aus der Steckdose kommt, müssen verschiedene Akteure perfekt zusammenspielen. Man kann sie sich wie die Mitglieder eines großen Orchesters vorstellen, bei dem jeder sein Instrument beherrschen muss.

Erzeuger: Das sind die Kraftwerke. Sie wandeln verschiedene Energieformen wie Wind, Sonne, Wasser, Gas oder Kohle in elektrischen Strom um. Ihr Ziel ist es, den Strom zu produzieren und auf dem Markt zu verkaufen.

Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB): Stellen Sie sich die ÜNB als die Verwalter der Strom-Autobahnen vor. Sie betreiben die großen Hochspannungsleitungen, die den Strom über weite Strecken transportieren. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, das Netz stabil zu halten, also dafür zu sorgen, dass immer genau so viel Strom eingespeist wie entnommen wird.

Verteilnetzbetreiber (VNB): Sie sind für die „Landstraßen“ und „Stadtstraßen“ des Stromnetzes zuständig. Die VNB übernehmen den Strom von den Hochspannungsnetzen, wandeln ihn in eine niedrigere Spannung um und verteilen ihn an die einzelnen Haushalte und Unternehmen.

Lieferanten (Energieversorger): Das ist das Unternehmen, von dem Sie Ihre Stromrechnung erhalten. Lieferanten kaufen Strom in großen Mengen auf dem Markt ein und verkaufen ihn an die Endkunden weiter. Sie kümmern sich um Verträge, Abrechnung und Kundenservice.

Verbraucher: Das sind wir alle – private Haushalte, Gewerbe und die Industrie. Durch unseren Verbrauch schaffen wir die Nachfrage, die das ganze System antreibt.

Wie entsteht der Strompreis?

Der Preis für Strom wird, wie auf den meisten Märkten, durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Der Ort, an dem sich Angebot und Nachfrage treffen, ist die Strombörse. Dort bieten die Erzeuger ihren Strom für bestimmte Zeiträume (z. B. für jede Stunde des nächsten Tages) zu einem bestimmten Preis an.

Stellen Sie sich eine Auktion vor: Die günstigsten Kraftwerke bekommen zuerst den Zuschlag, bis die gesamte erwartete Nachfrage gedeckt ist. Das letzte Kraftwerk, das noch benötigt wird, um den Bedarf zu decken, bestimmt den Preis für alle.

Dieses Prinzip nennt sich Merit-Order. Kraftwerke mit niedrigen laufenden Kosten, wie Wind- und Solaranlagen, bieten ihren Strom sehr günstig (oft nahe null) an und werden daher fast immer zuerst eingesetzt. Danach folgen Wasser-, Atom- und Kohlekraftwerke. Gaskraftwerke sind meist am teuersten und werden daher nur bei sehr hoher Nachfrage zugeschaltet. Ihr hoher Preis bestimmt dann den Marktpreis für alle Erzeuger in dieser Stunde.

Der Preis, den Sie am Ende auf Ihrer Rechnung sehen, setzt sich aus drei Hauptteilen zusammen: den Kosten für die Energieerzeugung und den Handel, den Gebühren für die Nutzung der Stromnetze (Netzentgelte) und den staatlichen Steuern und Abgaben.

Quiz Questions 1/5

Was ist die grundlegende Eigenschaft von Strom, die den Handel damit so einzigartig macht?

Quiz Questions 2/5

Welcher Akteur ist für den Betrieb der überregionalen Hochspannungsleitungen, der sogenannten „Strom-Autobahnen“, und die Stabilität des gesamten Netzes verantwortlich?

Der Strommarkt ist ein komplexes, aber faszinierendes System. Das Zusammenspiel von Erzeugern, Netzbetreibern und Lieferanten sorgt dafür, dass die Lichter in unserem Alltag nicht ausgehen.